Warum WordPress gerade seine Daseinsberechtigung verliert
Warum WordPress im KI-Zeitalter nicht mehr automatisch die beste Antwort ist – und wie KI-native Webentwicklung klassische CMS-Logik verändert.

Das ist bewusst provokant formuliert. Und nein: Ich schreibe das nicht, weil ich grundsätzlich gegen WordPress bin — ganz im Gegenteil. Bis vor Kurzem habe ich selbst regelmäßig WordPress-Websites umgesetzt; in manchen Jahren waren es locker 15 bis 20 Seiten.
Die letzte WordPress-Seite, die ich live gebracht habe, war erst im Februar: für ein bekanntes IT-Systemhaus aus Wendlingen, damals noch im Rahmen meiner Zeit bei KREAVIS. Ich kenne WordPress also nicht nur aus Diskussionen, sondern aus Projekten, Relaunches, Kundenabstimmungen, Plugin-Themen, Pagebuilder-Setups, SEO-Optimierungen sowie Wartung, Updates und Workarounds — und aus den typischen Fragen, die irgendwann fast jedes WordPress-Projekt stellt.
Deshalb ist das hier kein WordPress-Bashing, sondern eher eine Beobachtung aus der Praxis. Als ich mich intensiver mit meiner eigenen Website und mit KI-unterstützter Entwicklung beschäftigt habe, hat sich für mich etwas verschoben. Plötzlich war die Frage nicht mehr dieselbe wie früher:
- „Welches Theme nehme ich?“
- „Welchen Pagebuilder nutze ich?“
- „Wie baue ich das im Backend so, dass es später jemand pflegen kann?“
- „Was soll die Website wirklich können?“
- „Wie muss die Struktur aussehen?“
- „Welche Inhalte brauchen wir?“
- „Welche Komponenten wiederholen sich?“
- „Welche Prozesse kann KI vorbereiten, beschleunigen oder sogar automatisieren?“
Und genau da wird es spannend.
WordPress war lange die pragmatische Antwort
Man hatte ein fertiges CMS mit allem Drum und Dran: Backend, Themes, Plugins, Redakteurszugänge, Blogfunktionen, Formulare und SEO-Erweiterungen. Das war sinnvoll — vor allem in einer Zeit, in der jede Änderung an einer Website über eine Agentur, einen Entwickler oder ein schwerfälliges System laufen musste. WordPress hat Unternehmen ermöglicht, Inhalte selbst zu pflegen.
Aber KI verändert gerade die Grundannahme dahinter. Denn die Frage ist nicht mehr nur …
„Kann der Kunde das Backend bedienen?“
Die Frage ist: „Warum soll der Kunde überhaupt noch ein Backend bedienen müssen?“
>_ Erstelle eine neue Landingpage für dieses Angebot.
>_ Nutze das bestehende Designsystem.
>_ Setze die Inhalte sauber in Komponenten um.
>_ Ergänze SEO-Metadaten.
>_ Verlinke passende Leistungen und Artikel.
>_ Prüfe die Seite auf Struktur, Performance und mobile Darstellung.
>_ Und bring sie sauber live.
Dann ist ein klassisches CMS plötzlich nicht mehr automatisch der Mittelpunkt des Systems, sondern eher zu einer zusätzlichen Oberfläche, die man erklären, pflegen, absichern, aktualisieren und technisch sauber halten muss. Und genau dort beginnt für mich die Diskussion.
WordPress ist nicht das Problem
WordPress ist nicht deshalb problematisch, weil es schlecht ist. Es wird problematisch, wenn es als Standardantwort eingesetzt wird, obwohl sich die Arbeitsweise längst verändert hat. Früher hieß Eigenentwicklung oft:
- teuer
- langsam
- kompliziert
- abhängig vom Entwickler
Heute kann Eigenentwicklung etwas anderes bedeuten:
- KI-unterstützte Webentwicklung
- moderne Frameworks
- saubere Komponenten
- direkte Veröffentlichung
- automatisierte Content-Workflows
- weniger Backend-Bedienung
- weniger Plugin-Abhängigkeit
- mehr Kontrolle über Struktur, Performance und Prozesse
Das ist für mich der eigentliche Shift.
Denn wenn Inhalte und Seiten nicht mehr mühsam im Backend zusammengeklickt werden müssen, sondern direkt aus Strategie, Prompt, Struktur, Komponenten und automatisiertem Deployment entstehen können, verliert ein klassisches CMS einen großen Teil seiner ursprünglichen Rechtfertigung.
Natürlich kann WordPress weiterhin sinnvoll sein
- Für bestimmte Teams.
- Für bestimmte Budgets.
- Für bestimmte Anforderungen.
- Für Menschen, die genau dieses System kennen und bewusst nutzen wollen.
Aber die automatische Antwort „machen wir in WordPress“ wird immer schwächer, weil sie oft aus einer alten Logik kommt:
„Der Kunde braucht ein Backend.“
Vielleicht stimmt das gar nicht mehr. Vielleicht braucht der Kunde eher ein System, das ihm Arbeit abnimmt.
Und genau das kann KI in Verbindung mit moderner Webentwicklung heute oft schneller, flexibler und direkter leisten als ein klassisches WordPress-Setup mit Theme, Pagebuilder und Plugin-Stapel.
- Ein System, das Inhalte vorbereitet.
- Strukturen erzeugt.
- Seiten baut.
- SEO berücksichtigt.
- Daten verbindet.
- Prozesse vereinfacht.
Nächste Woche wird es praktisch
Und genau an diesem Punkt wird es nächste Woche für mich ganz praktisch: Ein Projekt geht live, das nicht mehr aus dieser klassischen WordPress-Logik entstanden ist.
- Keine Theme-Suche.
- Kein Pagebuilder-Gefrickel.
- Kein Plugin-Stapel.
Sondern KI-unterstützt entwickelt, komponentenbasiert aufgebaut und sehr gezielt auf den konkreten Anwendungsfall zugeschnitten. Den Namen nenne ich bewusst noch nicht — aber es ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie sich Webentwicklung gerade verändert.
Fazit
Deshalb glaube ich: Wer heute mit der Zeit gehen will, sollte WordPress nicht mehr automatisch als Startpunkt sehen, sondern als eine mögliche Option unter vielen — und in vielen Fällen vielleicht nicht mehr als die beste.
Die eigentliche Frage lautet nicht mehr „Welches CMS nehmen wir?“, sondern: „Wie wenig Systemballast brauchen wir, um bessere Inhalte, bessere Prozesse und bessere Ergebnisse zu erzeugen?“
Das beste CMS ist vielleicht gar kein CMS mehr.
Sondern ein sauber gebautes System, das mit KI arbeitet. Weiterführend: WordPress Entwicklung Wendlingen, WordPress Alternative Wendlingen und Kontakt.
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